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Sunday, March 13th 2016, 9:36pm

Episode 122 - Draculas Rückkehr, Part 8



Anmerkung: Dieser Story Teil basiert auf dem Level “Draculas Return” von Clara, masha & Sponge



Lara's Adventure Tagebuch, Part 122


Ich bin wieder zurück in Transsilvanien, und ich betrete augenblicklich einmal mehr das Schloß von Graf Krolock alias Dracula, in dem er mich nunmehr erwartet, zur letzten Konfrontation. Das Leben von Sarah Chagal habe ich nicht retten können, Dracula hat mich ausgetrickst und Sarah entführt, womit mir kaum mehr eine andere Wahl bleiben wird als nunmehr die gesamte Vampirbrut ein für alle mal auszulöschen. Eine andere Alternative sehe ich nicht mehr, soll unsere Welt nicht völlig in Finsternis verfallen und sich diese grausame Vampirseuche unaufhaltsam ausbreiten. Deshalb bin ich umso entschlossener und zum letzten Kampf bereit...

Graf Krolock hat mich zum letzten mal für seine Zwecke eingespannt und übertölpelt. Jetzt soll er schließlich die wahre Lara Croft kennenlernen, wenn die Masken endgültig fallen und die ganze Wahrheit enthüllt wird. Alle fehlenden Antworten werde ich mir nun noch holen, bevor es zum letzten Kampf gegen die Vampirbrut kommt. Ich werde Gontu nicht enttäuschen und meinen Auftrag erfüllen...


Level 5: Dracula's Castle, Part 2

Im Außenbereich des Schlosses und auf dem Weg ins Innere hinein. Die Wut kocht immer noch stark in mir und treibt mich nur umso mehr vorwärts. Eine Lara Croft läßt sich einfach nicht gerne als Marionette benutzen, von niemandem. Nicht von Menschen, nicht von Göttern, und schon gar nicht von Geschöpfen der Finsternis...



Und im Innenhof der Burg. Alles ruhig hier, niemand läßt sich sehen. Sehr seltsam, ich hatte irgendwie ein Empfangskomitee erwartet. Aber offensichtlich erwartet man mich im Inneren...



Um die Lage genauer zu überprüfen warte ich noch und schicke erst einmal nur meine Kamera auf den Weg - unsichtbar, damit sie mir anzeigt, was mich nun erwarten wird...

Schließlich wird sie fündig, und ich kann ein Gespräch belauschen, ein Gespräch mit Graf Krolock, Sarah Chagal und noch einer unbekannten Person. Das wird sicherlich aufschlußreich...


Sarah, ich bin so froh dich wieder bei mir zu haben, zu lange mußte ich auf diesen Augenblick warten. Das Sanatorium lag unter dem Bann der Götter, und ich konnte ihn nicht selbst brechen. Deshalb verdanke ich Miss Croft sehr viel, ohne sie wärst du mir auf ewig verloren gewesen. Nur leider wird unsere Freude nicht von langer Dauer sein, denn die Dinge ändern sich. Nicht auf ewig können wir die Götter aufhalten, ihr Zorn ist grenzenlos, und das Werkzeug wird uns am Ende vernichten. Wir können es nur aufschieben, nicht aber verhindern. Dessen bin auch ich mir bewußt...



Romanov, mein geliebter Gemahl, es ist eine schwere Stunde für uns alle. Nach meiner Entführung glaubte ich auch dich niemals wiederzusehen, dich und unseren Sohn, und man hat mich lange Zeit mißhandelt in dieser Klinik. Ich war dem Tode nahe, und nur unser starker Bund hat mich so lange am Leben gehalten. Dies und die Hoffnung, euch beide doch noch einmal wiederzusehen. Diese Hoffnung hat sich erfüllt...



Mutter, Vater, es ist zu früh vom Ende zum sprechen, denn ihr wißt, die Zukunft ist immer noch offen und muß erst noch geschrieben werden. Die Götter mögen zornig und mächtig sein, aber sie sind trotzdem in ihren eigenen Gesetzlichkeiten gebunden. Wir aber können die Dinge noch beeinflussen, es liegt alleine bei uns. Deshalb muß es nicht so enden, wenn Du, Vater, dich nur dafür öffnest...



Weise Worte meines Sohnes, weise, und doch so vergeblich, denn Du weißt es besser, Ladislav. Wir müssen dieses Opfer bringen, wenn wir nicht alles opfern wollen, was uns bedeutsam ist. Dann wären Jahrhunderte des Kampfes vergeblich gewesen. Lara Croft muß und wird unser Schicksal besiegeln, wie es immer bestimmt war. Mein einziges Sehnen vor dieser Stunde war Sarah noch einmal wiederzusehen, und dies zumindest hat sich erfüllt. Zum Glücke eines müden, alten Mannes...



Ich verstehe dich, Vater, aber ich gebe nicht auf. Die Hoffnung muß weiter existieren, egal was ich dafür tun muß. Ich will unsere Familie bewahren, das Anrecht eines jeden treu sorgenden Sohnes. Und ich werde auf meine Weise kämpfen, um meine geliebte Mutter und um meinen geliebten Vater. Das schwöre ich euch...



Jede Mutter wäre stolz auf solche einen Sohn, Romanov, aber dein Vater hat recht. Wir wissen schon sehr lange, wie es enden muß, und nichts kann dieses Schicksal ändern. Ich wünschte wirklich, es wäre anders, aber noch einmal bei euch sein zu dürfen ist die Erfüllung all meines Glückes. Nun kann ich meinen ewigen Frieden finden, an der Seite meines geliebten Mannes. Und ich bin bereit mein Schicksal anzunehmen...



Wir werden sehen, Mutter, noch ist die Geschichte nicht zu Ende. So sehr ich euch und euren langen Weg respektiere, ich muß meinem eigenen Pfad und meiner eigenen Hoffnung folgen. Euch zu verlieren wäre das Schlimmste, und es würde meinem Leben den Sinn rauben...



Mein Sohn, du bist lange genug durch die Jahrhunderte mit uns gewandert, als daß Du die Dinge nicht besser verstehen könntest. Manches muß man einfach akzeptieren, und manche Opfer muß man bringen für ein höheres Ziel. Sich dem zu verweigern würde alles zerstören, wofür unsere gesamte Existenz schließlich stand. Deshalb baue ich darauf, daß auch Du dich nicht verweigerst, sondern dein Schicksal und deine Bestimmung annimmst. Denn dir ist ein anderer Weg bestimmt als uns. Verdirb es nicht. Wenn Du mich und deine Mutter liebst, dann erfülle auch dein Schicksal...



Ja, Romanov, bitte höre auf deinen Vater, er spricht die Wahrheit, und das weißt du sehr genau in deinem Herzen...



Mutter, Vater, so schwer es mir auch fällt, ihr habt natürlich recht. Ich werde euch nicht enttäuschen, das verspreche ich euch. Ich werde mich Lara Croft stellen, so wie es bestimmt ist...




Romanov erhebt sich und verläßt den Raum, der Graf und Sarah bleiben zurück und sinken sich in die Arme. Ich glaube einfach nicht, was ich da gehört habe. Alles habe ich erwartet, alles, nur das nicht. Sarah und der Graf sind verheiratet, und Romanov ist ihr Sohn??? Das kann doch gar nicht möglich sein, bin ich nun endgültig im falschen Film? Und was soll das Gefasel von diesem unabwendbaren Schicksal und dem Ende? Als ob sich Dracula schon aufgegeben hätte? Ich verstehe so langsam überhaupt nichts mehr, statt Antworten gibt es immer mehr Rätsel...

Romanov ist in Richtung meines Zimmers gegangen, welches ich zuvor im Schloß zugewiesen hatte, er erwartet mich also dort. Dann werde ich ihn nicht enttäuschen und mich ihm zuerst stellen, und ich werde auf jeden Fall einige Antworten von ihm fordern. Wenn er den Kampf mit mir will, dann nur zu meinen Bedingungen...




Ich betrete das Gemach und sehe Romanov auf einem Stuhl sitzen. Er bleibt völlig ruhig und macht keinerlei Anstalten mich anzugreifen. Im Gegenteil, als er mich sieht beginnt er zu lächeln. Ich bleibe äußerst konzentriert und zu allem bereit, als ich in den Raum hineintrete...


Guten Abend, Miss Croft. Ich bin sicher, daß ihr bereits wißt, mit wem ihr die Ehre habt, aber der Höflichkeit halber möchte ich mich dennoch vorstellen. Ich bin Romanov von Krolock, Sohn des Grafen von Krolock und seiner bezaubernden Frau Sarah. Ich habe euch hier erwartet, um im Namen meines Vaters mit euch zu sprechen. Deshalb hoffe ich, daß ihr mir ein wenig Gesellschaft leistet, damit ich einige der Fragen, die euch sicherlich beschäftigen, zu beantworten vermag. Und keine Sorge, ich bin wirklich nicht hier, um euch zum Kampfe zu fordern...



Nun, ich wünsche ebenfalls einen guten Abend, die Reise war lange und ermüdend nach allem, was hinter mir liegt, aber vor Überraschungen ist man wahrlich nie gefeit. Ein Sohn des Grafen ist definitiv eine solche, ebenso wie Sarah Chagal als seine Frau. Ich bin wohl wirklich Teil eines Spiels gewesen, das ich nicht im Mindesten durchschauen konnte. Und ja, mir fehlen noch so einige Antworten, deshalb hoffe ich, daß ihr in der Lage seid mir diese nun zu geben...

Es wird mir eine Freude sein, Miss Croft. Deshalb bin ich gekommen, um mich euren Fragen zu stellen. Ich glaube, ihr müßt sie gar nicht erst stellen, denn ich weiß was euch beschäftigt. Wenn ihr einverstanden seid, dann laßt mich einfach erzählen, solltet ihr danach noch weitere Fragen haben, dann mögt ihr sie stellen...

Ich bin einverstanden, Romanov...



Laßt mich mit dem Ende beginnen, Miss Croft. Denn wahr ist, daß ihr euch bisher als Marianette in einem unseligen Spiel fühlen müßt, wie wir alle nur Schachfiguren in einem Spiel höherer Mächte sind. Wir alle wissen um das Ränkespiel der Götter, doch während sie heute nur noch sehr bedingt agieren können, dürfen wir konkret versuchen unser eigenes Schicksal zu formen. Die größte Macht dabei, auch wenn es euch schwerfällt dies zu glauben, besitzt ihr, und von euch hängt so vieles ab. Euer Glauben, eure Entscheidungen, eure Wahl am Ende wird die Dinge am meisten beeinflussen, deshalb müßt ihr stets sehr bedacht und weise wählen. Ich kann nur versuchen euch zu überzeugen und hoffen, daß ich euer Vertrauen erlangen kann, entscheiden müßt ihr am Ende aber ganz alleine. Daß dies schwer ist steht außer Frage, denn zu oft schon wurdet ihr benutzt, betrogen, hinters Licht geführt und getäuscht. Am meisten von den Göttern selbst, so daß die Wahrheit immer mehr verschleierte. Licht und Dunkel, Gut und Böse - nicht so einfach ist die Wahrheit in diesen Dingen mehr zu erkennen. Der Schein trügt zu oft, und ihr müßt wählen, wem ihr tatsächlich noch vertrauen könnt...

Sind es doch am Ende die Götter und eure Mutter, die euch fraglos am meisten enttäuschte? Oder ist es Gontu, euer außerirdischer, geheimnisvoller Freund, der immer rätselhaft bleiben muß? Oder ist es ausgerechnet Demon Smalls, das Wesen aus der Hölle selbst, da ihr ursprünglich doch eigentlich ausgesandt wurdet, sie zu bekämpfen? Oder mögen es am Ende etwa Vampire sein, dunkle und eigentlich böse Geschöpfe der Nacht, deren Seuche ihr angetreten seid zu neutralisieren...?


Wo...woher wißt ihr das alles...? Ich verstehe überhaupt nichts mehr! Wer...wer seid ihr wirklich? Was seid ihr...?

Ich bin der ihr vor euch seht. Wahrlich nur ein Vampir, geboren als Wesen der Nacht, zum Schrecken der Menschheit. Aber genau wie ihr haben auch wir Vampire eine Wahl, wir können uns entscheiden, welchem Pfad wir folgen, und wohin. Wir leben sehr viel länger als die Menschen der Erde, aber wir wissen natürlich, daß dies auf euch nicht zutrifft. Ihr seid ebensowenig ein normaler Mansch wie wir, sondern wurdet von den Göttern selbst gezeugt, zu deren Werkzeug. Aber ihr habt euch losgesagt und folgt einem anderen Schicksal - genau wie wir. Das ist es, was ich meine, daß wir alle eine Wahl haben, und ob ihr es glauben wollt oder nicht, wir befinden uns schon sehr lange auf dem selben Pfad. Das möchte ich euch nun zeigen, bevor ihr hier eure endgültige Entscheidung trefft, wie es enden soll...



Ihr seht mich völlig konsterniert, denn ich weiß gerade wirklich nicht mehr, wie mir geschieht. Mein Glaube, meine Überzeugungen, mein ganzes Leben - alles steht schon lange auf dem Kopf. Ich suche die Antworten und finde meist nur neue Fragen - doch dies hier ist die Krönung. Sollte ich mich wirklich so sehr geirrt haben...?

Das müßt ihr selbst entscheiden. Ich kann nur meine Überzeugung und meine Wahrheit vertreten, denn wir sind nicht an die Gesetzlichkeiten der Götter gebunden. Wir dürfen sprechen und kämpfen, und ich kämpfe um das Schicksal meiner Familie und das dieser Welt. Die Götter planen den Untergang, wir aber können dies immer noch verhindern. Das war schon so lange das Sinnen meines Vaters, genau wie das meine. Wenn ihr mir glaubt und mir helft, dann können wir unsere Chance beträchtlich erhöhen...

Ich bin offen für alle Vorschläge, Romanov. Sprecht aus, was ihr in euch tragt, und ihr werdet meine Entscheidung erfahren...



Dann hört die Wahrheit, und die Geschichte einer langen Zeit, wie sie sich aus unserer Sicht stellt, auch wenn längst nicht alle Vampire diesem Weg folgen. Wie auch normale Menschen sind wir alles andere als eins, und viele folgen auch weiter nur dem Weg der Finsternis, welche von den Göttern in diesen Tagen intensiviert wird. Ihr erlebt es selbst, Vampire und Zombies allerorten nehmen deutlich zu, sie wagen sich aus ihren Verstecken und läuten das Ende ein - das Ende der Menschheit, wie es vor langer Zeit von den Göttern beschlossen wurde...

Ihr, Miss Croft, wart dazu bestimmt das Werkzeug des Untergangs zu sein, doch ihr habt euch losgesagt und beschreitet den Gegenweg, genau wie viele Vampire, den sturen Pfad der Finsternis verlassen haben und damit auch ihre eigene Art bekämpfen. Lange geschah dies nur still und heimlich aus dem Untergrund heraus, denn alles andere hätte fatale Folgen nach sich ziehen können. Daß sich ausgerechnet Graf Dracula, wie mein Vater ursprünglich genannt wurde, vom Weg der Finsternis lossagte, durfte niemals enthüllt werden. Er hat seine ihm zugedachte Rolle weitergespielt, denn ein Aufstand der Vampire würde diese Welt endgültig ins Chaos stürzen. Mein Vater ist der Beherrscher aller Vampire weltweit, er allein gebietet über die Geschöpfe der Nacht, und sie folgen ihm willig. Deshalb konnte er sie so lange Zeit ruhig halten, deshalb besitzt diese Welt noch das Angesicht, wie wir es bis heute kennen. Doch die Ordnung der Dinge ist nun in Gefahr, und es wäre zu früh für das völlige Chaos. Die Menschheit ist nicht bereit dafür, ebensowenig wie ihr, Miss Croft, da noch ein weiter Weg vor euch liegt die Dinge für den finalen Kampf gegen den Feind zu bereiten. Es darf nicht hier und heute enden, oder alles, was wir so lange vorbereitet haben, ist verloren. Wir können nur an euch appellieren, in euch hineinzuhören, und in euer Herz, daß ihr mir glaubt, weil ich euch die Wahrheit erzähle. Wenn ihr das vermögt, dann kann ich euch helfen, wie ihr hier weiter vorgehen könnt und müßt, um Chaos und das vorzeitige Ende abzuwenden, denn viel Zeit bleibt nicht mehr. Mein Vater hat viele weitere Fürsten aus der Rasse der Vampire in aller Welt geladen, die sich morgen Nacht versammeln, um ihm zu huldigen und erneut die Treue zu schwören. Davon hängt sehr vieles ab, unser aller Schicksal. Auch ich wollte erst dagegen rebellieren, doch ich hatte keine Wahl. Nun aber ist die Wahl an euch, und ihr müßt mir sagen, was ihr wollt, bevor ich weiteres enthülle. Welchem Weg wollt ihr folgen? Vertraut ihr einem Vampir, der an euer Herz appelliert, oder wählt ihr den Kampf, wie es auch aufgetragen wurde, was uns alle ins Unglück stürzen würde?



Eine Weile kann ich nun einfach nicht mehr antworten. Kein Wort kommt mehr über meine Lippen, denn was ich gehört habe ist fast zu viel, zu schockierend, um es wirklich zu begreifen. Alles, was ich geglaubt habe, löst sich immer mehr in Wohlgefallen auf, und mir wurde sogar für einige Augenblicke beinahe schwarz vor Augen. Ganz ehrlich, einiges sträubt sich immer noch in mir, doch mein Herz, es spricht tatsächlich eine ganz eindeutige und klare Sprache.
Nun aber bin ich bereit. Endgültig bereit. Ein Vampir enthüllt mir die schreckliche Wahrheit und fordert eine Antwort, er fordert eine endgültige Entscheidung. Und er wird sie bekommen...



Romanov von Krolock, meine Entscheidung steht fest. Eure Worte waren mehr als überzeugend, ich spüre keinerlei Lüge oder Trug in euch, und es ist kaum mehr begreiflich für einen normalen Verstand. Ein Dämon aus der Hölle, und ein Vampir der Nacht, dies sind die beiden Wesen, denen ich in meinem leben am meisten glaube, und die es am ehrlichsten mit mir meinen. Euch beiden verdanke ich wahrlich so viel, und weil ich bin zu was ich gemacht wurde, weiß ich Licht und Finsternis, Gut und Böse zu unterscheiden. Nicht, wie es der Schein mir zeigt, sondern wie es im Herzen geschrieben steht. Ich werde eurem Bündnis folgen, und ich werde mir anhören, was ihr weiter vorzuschlagen habt, wie wir das drohende Chaos und den Sieg der Finsternis in diesen Stunden abwenden können...



Ich sehe ein ebenso erleichtertes wie ehrliches Lächeln, das über das Gesicht von Romanov huscht, bevor er mir wieder antwortet. Er freut sich ganz ehrlich, und ich spüre es in der Tiefe meines Herzens, daß hier kein Wesen der Finsternis vor mir sitzt, das mich zu verführen versucht, sondern ein Wesen der Nacht, daß sich vom Bösen abgewandt hat und dem gleichen Weg folgt wie ich selbst...


Miss Croft, ich danke euch sehr. Nun weiß ich, daß ihr wirklich auserwählt seid, um das Schicksal des Universums zu erfüllen und alles Falsche und Böse am ende zu vernichten. Lange haben wir auf euer Erscheinen gewartet und uns auf diesen Tag vorbereitet, und nun kann sich dieses Schicksal erfüllen. Wir werden den Schein für die Welt wahren und die Vampire in Sicherheit wiegen, all jene, die weiter dem Pfad der Finsternis folgen. Und wir werden stärker als zuvor aus den Ereignissen hervorgehen, bereit unsere Aufgaben zu erfüllen, bis die letzte Schlacht geschlagen wird. Nun kann meine Familie Frieden finden, und ihre letzte Ruhe...

Die letzte Ruhe? Wovon sprecht ihr, Romanov? Ich dachte, wir werden nun gemeinsam weiter vorgehen, und ihr sprecht davon abzutreten...? Bitte erklärt euch mir...

Es gibt Dinge, die sind unabänderlich. Der Schein muß gewahrt bleiben, und mein Vater kann niemals öffentlich bekennen, welcher Richtung er wirklich folgt. Morgen, im Angesicht der Fürsten aus aller Herren Länder, auf dem traditionellen Ball der Vampire, wo man dem großen Herrscher stets aufs Neue die Treue bekundet, muß der Weg für meinen Vater enden. Er will, daß der Stab der Führung in meine Hände gelangt, doch das werden die Vampire in aller Welt nur dann akzeptieren, wenn Dracula gemeinsam mit ihnen den mächtigen Feind bekämpft. Deshalb wird mein Vater den Schein wahren, wenn der Feind enthüllt wird, und er wird gemeinsam mit den Fürsten untergehen. Erst dann werde ich als neuer Herrscher akzeptiert werden, und ich werde in der Lage sein neue Fürsten zu erwählen, die schließlich unsere Positionen stärken. Denn jene, die nun vorstehen, sind noch Vampire der alten Ordnung, und ihr seid es, welche diese Ordnung nun endgültig sprengen muß. Das ist euer Schicksal, auch wenn es mich schmerzt, daß ich meine eigenen Eltern dafür opfern muß. aber wir alle sind nun bereit dieses Opfer zu bringen, und alle Hoffnung liegt nun allein in euren Händen...



Leicht wird das nicht, denn der Weg zum Endkampf und Erlösung ist mit harten Prüfungen und Herausforderungen gespickt, die, wenn überhaupt, nur ihr zu meistern in der Lage sein werdet. Und ihr dürft keine Schwäche zeigen, ihr dürft euch und uns nicht verraten, oder alles wird verloren sein. Ihr müßt eure Gefühle beherrschen und verbergen, genau wie ich das tue, gerade weil ihr nun wißt, wie die Dinge wirklich stehen. Mein Vater wird noch mit euch sprechen, er erwartet euch noch einmal im Empfangszimmer. Ihr werdet keine Silbe seiner wahren Gesinnung von ihm hören, aber Herz und Augen werden die Wahrheit tief in euch erkennen. Spielt dieses Spiel weiter mit, bis zum Ende, damit wir Erfolg haben und gestärkt aus dieser Prüfung hervorgehen. Gestärkt und mit einer neuen Ordnung der Dinge im Reich der Vampire, die ich dann umzusetzen in der Lage sein werde. Dafür muß die alte Führungsriege zusammen mit meinem Vater nun abtreten, nur so kann der Plan gelingen. Werdet ihr dies zu Ende bringen können?


Ich atme einmal tief durch, als mich meine Gefühle zu übermannen drohen. Selten zuvor hat mich etwas so tief bewegt wie diese Augenblicke der Erkenntnis, und der Verbundenheit zu einem Wesen, das ich noch kurz zuvor als ärgsten Feind der Finsternis betrachtet hatte. Als ich den Blick auf ihn richte fühle ich eine so tiefe Verbundenheit, während ich im Spiegel alleine erscheine. Aber ich sehe Romanov, und ich sehe sein Herz, das in seiner Brust gar nicht mehr schlägt. Dennoch ist es größer als das vieler Menschen. Ich muß meine Tränen bekämpfen und schaue Romanov dabei fest und tief in die Augen, als ich zu meiner Antwort ansetze....


Seid euch dessen sicher, Romanov, ich werde nicht versagen und meinen Part erfüllen. Ihr habt heute nicht nur einen Verbündeten gewonnen, sondern auch einen Freund. Ich weiß nun, daß ich euch vertrauen kann, und ich werde meine Rolle auch vor Dracula vollenden. Niemand soll die Wahrheit erkennen außer uns selbst, und ich bin zu allem bereit...



Ich danke euch, Lara, und ich bin tief ergriffen von dieser Entwicklung der Dinge. Denn ich muß zugeben, ich hatte viele Zweifel und Ängste, doch meine Eltern waren es, die mich auf dem Weg hielten und fest auf euch vertrauten. Sie haben so lange auf euch gewartet und alles vorbereitet, damit ihr unser aller Schicksal erfüllen könnt. Und nun, da ich euch kenne, weiß ich, wie recht sie hatten, in allem. Dracula mag einstmals ein Geschöpf der Finsternis gewesen sein, aber er hat der Dunkelheit entsagt und stand für den Beginn eines neuen Zeitalters. Er übergibt mir nun diesen Stab, und ich werde - mit eurer Hilfe - sein Werk vollenden. Nur eines müßt ihr zuvor noch wissen, eines muß ich euch noch enthüllen...

Sprecht, mein Freund, was ist es noch?



Mein Vater, der mächtigste aller Vampire, war der erste seiner Art, erschaffen von den Göttern selbst, und nicht wie die alten Legenden uns berichten. Sein Ursprung ist anders, denn er wurde zu dem gemacht, was er heute ist. Der Plan war klar, doch wie ihr nun wißt hat mein Vater alles verändert. Denn er ist nicht menschlichen Ursprungs, sondern entspringt einem Zeitalter, da sterbliche Menschen noch keine Rolle spielten. Damals war er noch jung und idealistisch, blind ist er den Ränken der Götter gefolgt. Er war einer von ihnen, doch er wurde mißbraucht für diesen Plan, so daß aus einer Lichtgestalt ein Wesen der Finsternis wurde. Doch in ihm fließt noch immer ein Rest göttlichen Blutes, was er mir weitergegeben hat, während meine Mutter die menschlichen Gene spendete. Sein Werk ist erfüllt, und somit sind wir beide am Ende die Erwählten eines Kampfes, der uns aufgezwungen wurde, und bei dem wir vom vorgegebenen Ursprungsweg abgewichen sind. Wir beide tragen göttliches Erbe in uns und stehen dennoch als größte Feinde der Götter da. Das ist unser Schicksal, das uns bis zum Ende verbindet. Ich werde immer da sein, ich werde diesen Kampf im Hintergrund mit euch führen, darauf dürft ihr von nun an fest bauen...


Mir fehlen in diesem Augenblick einfach die Worte, ich weiß nicht mehr, was ich sagen soll. Romanov erkennt die Tränen, die sich mit Macht in meine Augen kämpfen, und er schenkt mir ein letztes Lächeln. Ich höre nur noch ein letztes "Lebt wohl, Lara", dann erhebt er sich und verwandelt sich in eine Fledermaus...



Mein Freund ist davongeflogen, denn es ist alles gesagt. Ich kämpfe noch mit meinen Gefühlen und habe Mühe, sie wieder in mir zu verschließen, so überwältigt bin ich gerade. Doch ich weiß, es steht zu viel auf dem Spiel, und ich darf nicht versagen. Ich muß mich meiner Bestimmung hier stellen und diesen Kampf nun zu Ende bringen...

Romanov hat mir noch einen Schlüssel hinterlassen, der mir weiterhelfen wird, denn ich weiß, es ist noch einiges an Vorbereitung zu treffen vor dem finalen Kampf. Dazu werde ich noch ein paar Sachen brauchen...



...und ich fange gleich in diesem Raum damit an, während ich mich allmählich wieder unter Kontrolle habe...





Bevor es weitergeht steht mir nun noch eine Begegnung mit Dracula selbst bevor, in der ich nicht versagen darf. Also nähere mich wieder dem Empfangsraum des Grafen, wo ich ihm beim letzten mal zuerst begegnet war, und wo er mich nun erneut erwartet...



Heute habe ich vieles erfahren und eine völlig neue Sicht auf die Dinge bekommen. Und ich habe einen neuen Verbündeten an meiner Seite, der diesen schweren Weg unterstützt. Romanov hat seinen Teil des Weges erfüllt, nun ist die Reihe an mir. Ich habe seinem Vater schon gedient ohne es zu wissen, indem ich die Familie wieder vereinigte, und morgen wird sich das Schicksal von Dracula endgültig erfüllen...

Ich bin bereit, mehr als jemals zuvor. Mit neuem Mut und neuer Kraft stelle ich mich nun der weiteren Begegnung mit dem König aller Vampire, einem Wesen der Finsternis, das ins Licht gewechselt ist...

Unglaublich. Unbegreiflich. Aber wahr...

Ende Episode 122
Viele Grüße,

Lara for ever